Das aktuelle Projekt ~~~~~~~~ H.

 

Kurz vor dem Schritt ins neue Jahrtausend, entstanden die ersten Ideen zum Projekt H.

Eine Zeit des globalen Resümierens, gerade was das 20. Jahrhundert anbelangte. Auch wir ließen die letzten 100 Jahre revuepassieren.
Eine Zeit, geprägt von 2 Weltkriegen...Völkermord...Ausgrenzungen...

Für uns noch erschreckender:

Die alten Strukturen leben in neuer Form weiter.
Und deshalb möchten wir mit dem Projekt H. ein Zeichen setzen... grundsätzlich ein Zeichen gegen Gewalt!


 

 


Die dramaturgische, pädagogische Herangehensweise

 

Vornehmlich arbeiten wir beim Projekt H. mit Verfremdungseffekten.

Dadurch werden alltägliche, gesellschaftlich anerkannte Strukturen hinterfragt und u.U. bloßgestellt. Jedoch, wie schon kurz erwähnt, nicht durch den erhobenen Zeigefinger, sondern vielmehr durch einen Bewusstwerdungsprozess, den der Rezipient (das Publikum) selbst bestimmt.
Dies geschieht in der Regel durch einen dialektischen Wahrnehmungs- u. Erkenntnisprozess, der wiederum die Autonomie des Einzelnen fördert. Durch das Wechselbad von Nähe und Distanz, erscheint das Gewohnte, das "Normale" im neuen Licht. Man beginnt nachzudenken.
Dabei ist es unumgänglich, den Habitus der Adressaten teilweise zu übernehmen, da sonst keine Abstraktion des Gewohnten möglich ist.

Wer wie wir, mit dem Projekt H. gegen Gewalt aufrufen möchte, sollte, so unserer Meinung nach, die Gewalt nicht ausklammern, sondern sollte sie aufzeigen, um sie sogleich zu abstrahieren.
Dies ist natürlich erst einmal eine Gratwanderung, obwohl wir bei
den Arbeiten zu H. immer sehr wachsam sind, wie weit wir gehen können.

Ein zweites Phänomen, welches wir zu den Arbeiten am Projekt H. feststellten, ist die "Zeitlosigkeit" der Gewalt.
Deshalb sind wir von dem ursprünglichen Konzept, H. auf die Zeit vor 1945 zu begrenzen, abgewichen.
Um gerade bei der heutigen Jugend einen Bewusstwerdungsprozess auszulösen, ist es uns wichtig, H. auch auf die heutige Zeit zu projizieren; mit den heutigen Mitteln; mit der heutigen Sprache.

Deshalb haben wir uns entschlossen, das Projekt H. zu teilen:

H. < 45 (H. vor 1945) und H. > 45 (H. nach 1945)

Sicherlich fokussiert sich das Geschehen im ersten Teil letztendlich auf die Person Adolf Hitler und das Deutsche Volk; im zweiten Teil der Aufführung, die bis in die Gegenwart reicht, stellt sich die Szenerie "breitbandiger und diffuser" dar. Eben die heutige, aktuelle facettenreiche Individualgesellschaft...mit ihren computerunterstützten Formen der Gewalt.

 

 

Die Umsetzung

 

21 Szenen: H. vor 1945
21 Szenen: H. nach 1945
(bis zur Gegenwart)

Zwischen diesen beiden Zeit- u. Themenblöcken, die jeweils eine Länge von ca. 60 min. haben, ist eine Gedenkminute mit nachfolgender Pause vorgesehen.

Die Szenen bestehen aus

1. musikalischen Kompositionen, wobei begleitend Bewegungen bzw. Tanz, Videogroßbildprojektionen auf verschiedenen Ebenen, Licht und Performance, sich zu einem Gesamtbild energetisch verdichten

2. Textkompositionen, wobei O- Ton und Aufzeichnung mitunter nicht zu unterscheiden sind

3. Interaktionen mit dem Publikum, die zum einen durch den kontinuierlichen Einsatz einer Live-Cam, zum anderen durch Live-Tonübertragung realisiert wird. Die so dokumentierten, realen Publikumsreaktionen werden direkt großflächig projiziert bzw. gesendet.

 


Ein multimedialer, interaktiver Kreislauf...


(FSK ab 16 J.)

 

Denkbar als Aufführungsorte wären:
Fabrikhallen, Industriebrachen, Trabanten, Bunkeranlagen, Flugzeughangars, Theater, Schauspiel-häuser, Museen,
Gedenkstätten sowie historische Orte.

 

Das Text- und Klangmaterial in Form von 2 CDs ist erschienen.

CD 1 : H. < 45

und

CD 2 : H. > 45

Hörproben (downloads) finden Sie

hier

 

 

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